Sprechen lernen

Der Erstspracherwerb (Muttersprache) ist die faszinierende und erstaunliche Reise eines jeden Kindes, in der die Eltern-Kind-Beziehung eine fundamentale und prägende Rolle einnimmt. Eine liebevolle, kindgerechte und respektvolle, also auf Augenhöhe, stattfindende Kommunikation ist bzgl. der emotionalen Entwicklung unserer Kinder daher von großer und besonderer Bedeutung.

Laut Dr. Monika Wertfein, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik, ist es hierbei besonders wichtig, nicht nur den Kindern emotionale Kompetenz zu vermitteln, sondern auch uns, den Eltern.

 

„Kinder brauchen emotionale Kompetenz – Eltern auch!“

(Wertfein 2017b)

 

Die elterliche Feinfühligkeit spielt hierbei eine ausschlaggebende Rolle! Doch bemerken wir bereits früh, dass es oft gar nicht so einfach ist, sich in das Gefühlsleben unserer Kleinen hineinzuversetzen. Sie erscheinen Emotionen oftmals in einer größeren Intensität zu erleben als wir und müssen daher erst im Laufe ihrer Kindheit bzw. Sozialisation emotionsbezogene Fertigkeiten (Emotionsausdruck, Emotionsverständnis, Emotionsregulation) und Empathiefähigkeit erlernen (vgl. Frech 2008).

Mädchen redet

Liebe und Verständnis

Das Gute ist, dass wir als Eltern unseren Kleinen in den ersten Jahren der emotionalen Achterbahnfahrten zur Seite stehen und sie mit viel Liebe, Verständnis und Geduld unterstützen können. Wichtig hierbei ist es, sich über den frühkindlichen emotionalen Entwicklungsverlauf zu informieren und selbst in den haarsträubendsten Situationen nicht aufzugeben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Wir wachsen da alle rein…

Das Anliegen des Zeichenbrücke-Ansatzes ist es, Eltern und Kinder in diesem für alle spannenden, ereignisreichen und neudefinierenden Lebensabschnitt zu begleiten und zu unterstützen.

Kommunikation mit Babyzeichen

Das wundervolle an der Verwendung von Babyzeichen ist, dass die Kleinen ein Werkzeug angeboten bekommen, mit dem sie bereits sehr früh ihre natürliche Neugier und das damit verbundene Mitteilungsbedürfnis stillen können. Des Weiteren können ihnen Babyzeichen erste Einblicke in unsere komplexe Welt der Zeichen und Symbole ermöglichen (Bsp. Sprache, Zahlen, Verkehr…).

Ein weiterer, besonderer Vorteil von Babyzeichen liegt in der sprachlichen Sensibilisierung von uns Eltern. Die in der Zeichenbrücke-Methode vermittelten Zeichen und die im Kurs stattfindende Beratung helfen dabei, die eigene Sprachverwendung neu zu betrachten und kindgerechter „herunterzubrechen“. Häufig vergessen wir Großen einfach, welcher enorme Unterschied zwischen der kindlichen und erwachsenen Wahrnehmung besteht.

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“ (Maria Montessori)

Literaturverzeichnis