Diffuse kindliche Ängste lassen sich durch rationale Erklärungen nur bedingt in Schach halten. Im "Gruselmonster" erleben die Kinderbuchhelden Pip und Posy, wie sie mit ihrer Angst umgehen können.

In den letzten Wochen hatte ich über Bücher für die ganz Kleinen berichtet und heute sollen die etwas Größeren endlich auch zum Zuge kommen.

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Kennst du schon das kleine Mäusemädchen Posy und ihren Hasenfreund Pip von Axel Scheffler, dem Illustrator der Grüffelo Bücher?

Nein? Macht nix. Ich habe die beiden auch erst kennengelernt, als Amalia eines der Pip & Posy Bücher bei uns in der Bibliothek entdeckt hat.
Ob das Buch bei uns beliebt war, lässt sich eindeutig mit JAAA beantworten. So sehr sogar, dass wir es zweimal verlängern mussten und seitdem mehrere Bücher von Pip & Posy einen besonderen Platz im Bücherregal unserer Kleinen haben.

Zum damaligen Zeitpunkt war das Thema Angst bei uns sehr aktuell. (Das ist jetzt schon über ein Jahr her. Amalia war damals knapp zwei Jahre alt. Echt verrückt, wie schnell die Zeit mit Kind verfliegt.)

Aus heiterem Himmel fürchtete sich unsere Kleine plötzlich sehr vor Schatten und Monstern. Besonders der Vorhang in ihrem Zimmer, den wir Abends immer zuzogen, war besonders gruselig. Die Lichter der vorbeifahrenden Autos projizierten ein Lichterspiel an ihre Zimmerdecke, das zwar sehr faszinierend war, jedoch bestimmt aus einer Zauberwelt stammen musste …

Jeglichen rationalen oder emotionalen Erklärungen unsererseits:

  • Auto + Licht = ergibt Schatten
  • Der Vorhang kann nicht alles Licht von draußen abhalten bzw. das Zimmer abdunkeln.
  • Sich auf das Fensterbrett stellen und die Lichter der Autos beobachten, vor und hinter dem Vorhang.
  • Ich bin für dich da! Es ist absolut ok und verständlich Angst zu haben! Hatte ich auch als Kind! Musste auch erst lernen, dass Schatten wirklich nur Schatten sind.
  • Ich kümmere mich um dich bzw. beschütze dich!

wurde zwar gebannt zugehört und sie trugen letztendlich zum Verstehen und der Bewältigung der Angst mit bei, dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass wir noch nicht das richtige „Mittel“ gefunden hatten, mit dem wir unserer Kleinen wirklich halfen, sich sicher/geschützt/geborgen zu fühlen.

Was dann letztendlich wirklich half, waren die „Beschützer-Monster“ an unserer Haustür. Die halten nämlich seit einiger Zeit die anderen, gruseligen Monster davon ab, durch den Briefschlitz in unsere Wohnung zu gelangen. Voll logisch, ne?
Die Fantasie von Kindern und ihre Wahrnehmung von Realität fasziniert mich echt immer wieder. Falls du mehr über unsere „Beschützer-Monster“ wissen willst und weshalb Kinder ab einem bestimmten Alter Angst vor Monstern haben bzw. inwiefern die Entwicklung der Fantasie eine Rolle dabei spielt, dann klick einfach hier.

Was ist das Tolle an „Das Gruselmonster“ mit Pip und Posy?

Die Angst vor etwas Unerwartetem, auf das man keinen Einfluss hat und daher nicht einschätzen kann, kennt eigentlich jeder. Ein Grund warum es in Horrorfilmen beliebt ist, den Moment der Attacke bzw. des Schreckens so lange hinzuziehen, (ich sage nur dam, dam, dam, dam, dam, dam …. tadam!!!), rührt sehr wahrscheinlich daher. Jedoch ist unser Leben natürlich zum Glück kein Horrorfilm, zu mindestens meistens nicht Erschreckende Situationen gibt es allerdings genug, gerade für Kleinkinder, die unsere Welt jeden Tag ein Stückchen mehr begreifen und kennenlernen.

Und genau da knüpft „Das Gruselmonster“ von Axel Scheffler an. Hier nun eine kurze Zusammenfassung von „Das Gruselmonster:

Eigentlich wollte Posy nur kleine Törtchen backen, als am Fenster eine große, gruselige Tatze auftaucht. Es klopft an der Tür und ein Gruselmonster betritt das Haus. Posy erschrickt und weint ganz fürchterlich. Doch was ist das? Das Monster nimmt seinen Kopf ab und zwei Hasenohren kommen zum Vorschein. Das ist ja gar kein Monster, sondern nur PIp in einem Kostüm. Alles gar nicht echt, er hat nur so getan und jetzt muss Posy ganz laut lachen. Das Pip Posy nicht zum weinen bringen wollte und sich deshalb auch entschuldigt, versteht sich von selbst und trägt dazu bei, dass Posy jetzt auch einmal Monster spielen möchte. Anschließend machen die Beiden noch ein Picknick im Garten, im Monsteroutfit natürlich.

Der Moment bzw. das Gefühl der bibbernden Angst in Kombination mit der Realisation, dass in Wirklichkeit eigentlich alles ok ist und man sogar darüber lachen kann, fand unsere Kleine total faszinierend. Häufig wollte sie gar nicht mehr den Anfang des Buches hören und blätterte eifrig zu der Seite vor, in der das Monster auftaucht, Posy weint und dann laut loslachen muss.
An manchen Tagen haben wir das Buch gefühlte hundertmal angeschaut und jedes mal sagte Amalia: „Das ist nicht echt. Nur Pip!“ Wir befanden uns mal wieder in einem Loop der kindlichen Entwicklung, in dem das ständige Wiederholen und Ausprobieren definierend sind.

Wer ein Kleinkind hat weiß, dass das extreme Auf und Ab in der Gefühlsachterbahn in bestimmten Phasen teilweise der Normalzustand ist.
Unserer Kleinen hat Posy dabei geholfen zu verstehen, dass, selbst wenn etwas gruselig aussieht, es sehr wahrscheinlich gar nicht so gruselig ist. Man muss manchmal eben nur genauer hinsehen.
Durch kurze Sätze und viele Wiederholungen, können die Kleinen die Geschichte gut verfolgen und sich schaurig fürchten, um sich kurz darauf vor Lachen zu kugeln.

Ich hoffe du wirst mit deinem kleinen Racker genauso viel Spaß beim Lesen von Pip & Posy haben 😊

Liebe Grüße, Alex

Babyzeichen

Das Buch bietet übrigens auch einen schönen Anlass, um seinem kleinen Racker neue Babyzeichen vorzustellen oder bereits bekannte zu wiederholen. Hier ein paar Anregungen: Angst, lachen, Freund, spielen, Kuchen.

Buchtipps bzw. Anzeige

Falls du jetzt neugierig auf Pip und Posy geworden bist, kannst du das „Gruselmonster“ direkt mit diesem Link bestellen (ich bekomme dann ein paar Prozente von Amazon, Daaanke).

Weitere Pip & Posy Bücher zu unterschiedlichen Themenbereichen (Freundschaft, Teilen, Umgang mit Enttäuschung…), die wir alle selber zu Hause haben und immer wieder begeistert gelesen werden, findest du direkt neben dem Gruselmonster 🙂

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