Eine Kursteilnehmerin berichtet ehrlich über ihre Erfahrungen mit Babyzeichen im Alltag.

Seit Herbst 2017 gebe ich an 5 Standorten in Berlin meine Babyzeichensprache-Kurse und ich durfte seitdem viele kleine Racker und ihre Eltern kennenlernen.
Heute möchte ich euch Nina und ihre Mama Johanna vorstellen. Nina war gerade 6 Monate alt, als die beiden letzten November meinen Kurs besuchten. Ich erinnere mich noch genau, wie viel Spaß die kleine Maus an den Liedern hatte und wie gespannt sie mich beobachtete, wenn ich Zeichen vorstellte. Am tollsten fand sie das Versteckspiel mit Louis Waschbär, was sie auch fleißig mit ihren Großen zu Hause spielte.

Zeichenbruecke-Team

Es dauerte gar nicht lange und Nina schlug, noch während der Kurs lief, eine Zeichenbrücke. Sie hatte also verstanden, dass unser Gefuchtel mit den Händen nicht nur lustig ist, sondern ihr dabei helfen kann, sich uns Großen verständlich zu machen.
Da Viele sich nicht so richtig vorstellen können, was es mit Babyzeichen auf sich hat und wie man sie in den Alltag integrieren kann, freue ich mich sehr, dass Johanna sich bereiterklärt hat, ein paar Fragen zu beantworten und ihre Erfahrungen mit uns zu teilen.

Was hat dich dazu bewegt, einen Kurs bei mir zu besuchen? Hattest du schon vorher von Babyzeichensprache gehört?

Ich habe schon vor der Geburt meiner Tochter von einer Freundin ein Buch über Babyzeichen geschenkt bekommen. Die Idee von Babyzeichen fand ich auf Anhieb super, nur das Buch fand ich unheimlich umständlich und konnte mich einfach nicht motivieren, mich in dieser Form damit auseinander zu setzten. Da ich eh noch einen Kurs suchte, in dem meine Kleine und ich mit anderen Kindern und Eltern in Kontakt kommen könnten, dachte ich mir, das müsste man doch irgendwie verbinden können. Und siehe da, Google sei Dank, stieß ich auf dich und Zeichenbrücke.

 

Kannst du dich noch an die Situation erinnern, in der eure Kleine sich zum ersten Mal durch Babyzeichensprache verständlich gemacht hat?

Ja, ziemlich gut sogar. Nina (Name geändert) und ich schauen morgens nach dem Aufwachen immer am Fenster nach, ob auf dem Strauch vor unserem Schlafzimmer wieder ein paar Vögel zu entdecken sind. An diesem Morgen wachte sie auf, zeigte auf das Fenster und benutzte das Zeichen für Vogel. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch nicht ganz 10 Monate alt.

Nina (12 M) möchte gerne im Sand buddeln.

Das Zeichen für „auf“ hilft ihr dabei, von ihren Großen verstanden zu werden.

Welche Erfahrungen hast du damit gemacht, Babyzeichen in euren Alltag zu integrieren?

Am Anfang habe ich oft schlichtweg vergessen, Zeichen zu benutzen und da war es für mich sehr hilfreich, jede Woche zum Kurs zu gehen. Nach der Stunde hatte ich es wieder mehr auf dem Schirm und war voll motiviert. Und zu meinem Erstaunen ging es sehr schnell, dass man automatisch die Zeichen benutzte.

Mein Freund war am Anfang eher skeptisch, aber dank eines gemeinsamen Kursbesuchs war er dann auch ganz schnell mit an Bord. Nina war gerade erst 6 Monate alt geworden, als wir mit dem Kurs angefangen haben und in der Zeit, bis sie die ersten Zeichen benutzte, mussten wir uns zwischenzeitlich immer mal wieder gegenseitig motivieren, damit die Zeichen nicht in Vergessenheit gerieten – aber seit dem ersten Zeichen gab es bei uns beiden kein Halten mehr.

Jetzt ist meine kleine Große schon ein Jahr alt und die Zeichen sprudeln nur so aus ihr heraus. Momentan nutzen wir um die 30 Zeichen und jeden Tag kommen ein paar mehr dazu. Seitdem sie einmal verstanden hat, dass wir ihr mit unserem “Gefuchtel” etwas sagen wollen, ist es, als wäre ein Knoten geplatzt und sie nimmt alle Zeichen auf wie ein Schwamm.

 

Haben deine Familie und dein Umfeld dich dabei unterstützt/begleitet?

Meine Familie hatte zwar sichtlich Fragezeichen in den Augen, als ich von dem Kurs erzählt habe, waren aber alle sehr aufgeschlossen und sind nun hellauf begeistert.

 

Fandest du die Gesprächsrunde im Kurs hilfreich?

Die Gesprächsrunden im Kurs haben uns auf mehrere Weisen geholfen. Einerseits um überhaupt eine Idee zu bekommen wie, wo und welche Zeichen ich in unseren Alltag am besten integrieren kann. Dann auch um neue Motivation zu tanken und die Fragen, die einem erst einfallen, wenn man versucht, das Gehörte zuhause umzusetzen. Und nicht zuletzt war der Austausch, nicht nur über Babyzeichen, sondern auch über die kindliche Entwicklung und wichtige Erziehungsfragen, mit dir und den anderen Kursteilnehmern für mich ein sehr wichtiger und hilfreicher Teil.

Babyzeichen Kurs

Wie haben euch Babyzeichen dabei geholfen, dass sich Groß und Klein besser verstehen?

Bei dieser Frage, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Es gab eine Situation mit Nina, die für mich wie ein Schlüsselmoment war. Wir waren zusammen unterwegs und auf einmal zeigte sie erst Hund und dann Wo. Erst da fiel mir auf, dass irgendwo, weit weg, Hundegebell zu hören war. Ohne die Zeichen hätte ich schlichtweg niemals gewusst, was in ihrem Köpfchen gerade vorgeht. Ich war total begeistert davon, was sie so alles mitbekommt, das von uns Erwachsenen meist gar nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Und solche Momente gibt es jeden Tag aufs Neue.

Ein anderer wichtiger Teil ist, dass ich viele Dinge besser erklären kann; z.B., dass der Ofen heiß ist, die Steckdose gefährlich und dass die lustigen bunten Lichter an der Ampel auch eine Funktion haben, was bei uns wirklich toll funktioniert.
Aber auch mir und meinem Freund haben die Zeichen schon in der Kommunikation miteinander geholfen. Ich stand mit Nina am Fenster und wir warteten darauf, dass das Auto vom heiß ersehnten Papa endlich auf seinem Parkplatz halten würde. Als er endlich vom Einkaufen kam, konnte ich ihn mithilfe der Zeichen durch die Scheibe fragen, ob er Hilfe bräuchte und wir rauskommen sollen. Also alles in allem profitiert die gesamte Familie von der Zeichensprache.

Was sind deine drei wichtigsten Tipps für Eltern von Babys und Kleinkindern?

Erstens: alles ist nur eine Phase, zweitens: man kann alles abwischen und drittens: wenn dir mal wieder die Tante vom Nachbarn deines Bäckers einen guten Rat mitgibt: immer nett lächeln und letztendlich trotzdem lieber auf dich und deinen Instinkt vertrauen.

 

Was hat den Zeichenbrücke-Kurs für dich zu etwas Besonderem gemacht?

Für mich wurde der Kurs vor allem deswegen zu etwas Besonderem, weil du mit einer solchen Freude und Elan bei der Arbeit bist, dass man einfach mitgerissen wird. Du lebst Babyzeichen und das spürt man.
Außerdem erfüllte der Kurs alles, was mir wichtig war; nämlich einen Ort zu finden, an dem Nina und ich Kontakt mit anderen Kindern/Eltern finden, aber auch, etwas Sinnvolles und Brauchbares “mit nach Hause nehmen zu können” und das Ganze noch verpackt in einem Umfeld, das zu meiner Einstellung bzw. meinen Vorstellungen vom Umgang mit Kindern passt. Und nicht zu vergessen uns beiden einfach Spaß macht. Und meine Tochter und ich hatten nicht nur großen Freude am Kurs, sondern sie hat meiner Meinung nach auch vom Umgang mit den älteren Kindern profitiert.

Wow, vielen herzlichen Dank Johanna!

Dein Feedback zu meinem Kurs hilft mir echt weiter und zeigt mir auf dem „richtigen“ Weg zu sein. Kommunikation auf Augenhöhe beginnt nämlich nicht erst, wenn die Kleinen anfangen zu sprechen. Durch Babyzeichen erfahren sie schon sehr früh, dass ihre Bedürfnisse erkannt bzw. gehört werden, was sich wiederum positiv auf ihre weitere Entwicklung auswirken wird.

Eure Erfahrungen werden mit Sicherheit auch anderen Eltern dabei helfen, sich eine bessere Vorstellung von Babyzeichensprache machen zu können. Ich bin sehr gespannt, welche Zeichen Nina in Zukunft noch benutzten wird. Würde mich freuen, wenn ihr mich auf dem Laufenden haltet.

Liebe Grüße, Alex

Du benutzt bereits Babyzeichensprache ?

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