Was sind Babyzeichen?

Mit Babyzeichen schlägst du durch Gesten und Handzeichen eine Brücke für den kommunikativen Austausch mit deinem kleinen Racker, noch bevor er sprechen kann.

Babyzeichen sind bildhafte und symbolische Handzeichen, die in vielen Fällen an nationale Gebärdensprachen angelehnt sind, im Gegensatz zu diesen aber immer in Kombination mit gesprochener Sprache angewendet werden und daher nicht nur eine frühe, sondern vor allem gleichberechtigte und ganzheitliche Kommunikation mit eurem Kind ermöglichen.

Babyzeichen, auch als Babyzeichensprache oder Babygebärden (engl. baby sign language) bekannt, sind jedoch nicht im eigentlichen Sinne eine Gebärdensprache, welche auf eine eigene Grammatik aufbaut, sondern eine Kommunikationsmethode, in welcher durch Signalwörter und Zeichen, die wichtigsten, für Babies und Kleinkinder relevanten Worte hervorgehoben und verdeutlicht werden.

Hand in HandBabyzeichen sind daher eine Unterstützung bzw. Erweiterung der ohnehin schon natürlich verwendeten Zeichen (Bsp. Zeigegesten), mit welchen Kinder bereits sehr früh versuchen, ihre Umwelt wahrzunehmen und zu verstehen.

Babyzeichen bieten sich vor allem für Kinder zwischen 6 und 24 Monaten an. Erfahrungsgemäß treten die Zeichen langsam, aber stetig in den Hintergrund, sobald das Kind anfängt zu sprechen. Manche Lieblingszeichen werden jedoch auch über einen längeren Zeitraum aktiv benutzt. Einer der Favoriten meiner zweijährigen Tochter Amalia ist z.B. schlafen, da sie im Rollenspiel zu gerne ihre Puppe immer und immer wieder schlafen legt.
Selbst wenn man sich als kleiner Mensch schon mit Worten ausdrücken kann, ist es manchmal jedoch noch immer etwas schwer, genau das zu sagen was man will. In solchen Fällen ist es dann immer wieder praktisch, auf Babyzeichen als Kommunikationsbrücke zurückgreifen zu können.

Im Babyzeichen-Kurs lernt vor allem ihr, die Eltern und Bezugspersonen, durch Lieder, Spiele und beratende Begleitung diese Zeichen in euren Tagesablauf zu integrieren und zunehmend, je nach den Bedürfnissen und Interessen eures Kindes, zur Verständigung einzusetzen. Die so ermöglichte frühkindliche Kommunikation erleichtert den Alltag von Klein und Groß erheblich, macht gleichzeitig große Freude und kann die Bindung zu eurem Kind in einer Lebensphase stärken, die laut wissenschaftlichen Erkenntnissen für die kognitive und emotionale Entwicklung von äußerster Wichtigkeit ist (siehe Dewar 2013; Wertfein 2006).

Erfahre hier direkt mehr über die Zeichenbrücke-Methode und das Kurskonzept!

Wie findet die Kommunikation mit Babyzeichen im Alltag statt?

Obwohl sie noch nicht sprechen können, so beginnen Babys jedoch bereits sehr früh (im Alter von 6-9 Monaten) gesprochene Sprache zu verstehen. Da die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten (koordiniertes Benutzen der Hände) bereits deutlich weiter fortgeschritten ist als die der Stimmbänder oder die Koordination der Lippenbewegung, erhalten die Kleinen durch den Einsatz von Babyzeichen nicht nur die Möglichkeit, ihre alltäglichen Bedürfnisse mitzuteilen, sondern auch auszudrücken über was sie nachdenken bzw. wie sie sich fühlen.

Stellt dir vor, dein Baby wacht nachts weinend auf und noch bevor du lange rumrätseln musst, was es möchte (hungrig?, zu heiß?, zu kalt?, frische Windel?, Zahnschmerzen?), hebt es die Hand, macht eine Faust und öffnet diese mehrfach (ähnlich wie beim Melken). Ganz klar, dein Baby fragt nach Milch!

Beim gemeinsamen Abendessen kann dein kleiner Racker durch Zeichen zum Beispiel auch verständlich machen, dass er noch mehr vom leckeren Käse möchte, trinken möchte oder das er fertig mit essen ist.

Neben dem Enträtseln der alltäglichen Bedürfnisse können Babyzeichen dir zudem dabei helfen, die Wahrnehmungs- bzw. Gedankenwelt deines Kindes bereits sehr früh zu entdecken.
Beim Spazieren durch den Park macht dein Baby bspw. das Zeichen für Enteoder teilt dir mit, dass der vorbeifahrende Bus laut ist oder dass es sich sehr auf das Planschen in der Wanne freut.

Ein sehr interessantes und hilfreiches Handout des Women’s and Newborn Services of Royal Brisbane and Women’s Hospital bzgl. der ersten natürlichen Signale, durch welche bereits Neugeborene zeigen, dass sie Hunger haben, findest du hier!

Was sagt die Wissenschaft?

Du wirst erleben, dass dein Kind im Zeichenbrücke-Kurs nicht nur viel Freude an den vielen altersgerechten Liedern und Spielen haben wird, sondern sehr bald auch beginnt, dich besser zu verstehen und sich dir eindeutiger mitzuteilen.

Durch frühe Erfolgserlebnisse in der Kommunikation
— verstehen und verstanden werden —
sammeln Kinder positive Erfahrungen im Zusammenhang mit Sprache,
gewinnen Selbstbewusstsein und Eigenbefähigung.

Ob diese frühkindliche Kommunikation auch dazu führt, dass Babys die gesprochene Sprache schneller erlernen, konnte bisher wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt werden, auch wenn Studien, wie die von Goodwyn et al. (2000), in diese Richtung deuten. Hierbei ist allerdings zu bedenken, dass es sich bei Babyzeichen noch um ein recht junges Forschungsgebiet handelt. Das Potenzial des Fachgebietes ist sehr vielversprechend und noch lange nicht hinreichend erforscht.

Was wurde herausgefunden?
  • Babyzeichen oder Gebärden als „zusätzliches“ Kommunikationsmittel verzögert NICHT die weitere sprachliche Entwicklung von Kindern! Negative Auswirkungen sind NICHT zu erwarten (Fitzpatrick et al. 2014; Kiegelmann 2009; Palling 2007). Du musst daher keine Sorge haben, deinen Kleinen mit dieser Kommunikations-Methode zu überfordern! Ganz im Gegenteil!
Vorzüge im sozialen Bereich

Nachweise finden sich bezüglich der Vorzüge von Babyzeichen besonders im sozialen Bereich. In einer Studie der britischen Psychologin Elizabeth Kirk und Kollegen (2013), konnte durch die Verwendung von Babyzeichen eine Verhaltensveränderung der Mütter aufgezeigt werden. Durch das Erlernen der Babyzeichen haben diese nicht nur die non-verbalen Hinweise bzw. Zeichen ihres Kindes deutlich häufiger erkannt und darauf reagiert, sondern auch eher eigenständiges Entdecken ermutigt bzw. angeregt. Des Weiteren konnte nachgewiesen werden, dass Babyzeichen effektiv die Eltern-Kind-Kommunikation stärken und sich positiv auf die Interaktion auswirken (Vallotton 2012, Olson/Frank Masur 2013).

Andere Studien in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen, wie etwa der kognitiven Psychologie (Wagner Cook et al. 2013; Iverson et al. 2005) oder der Zweitsprachenerwerbsforschung (Breckinridge Church et al. 2004), konnten bestätigen, dass ältere Kinder (Grundschulalter) neue Informationen nicht nur besser aufnehmen und behalten können, wenn neues Wissen mit bedeutsamen Gesten vermittelt wird, sondern zudem besssere Problemlösungsstrategien entwickeln können. Ganz aktuell wurde sogar bestätigt, dass der Einsatz von Gesten bzw. Gebärden das kreative Denken von Kindern unterstützt (Kirk 2016).

Die aus dem aktuellen Stand der Forschung resultierende Zeichenbrücke-Methode, das Kurskonzept sowie weitere Kursinfos von Zeichenbrücke findest du hier!

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Literaturverzeichnis