Babys nehmen die Welt anders wahr. Gute Babybücher gehen darauf ein und begeistern die kleinen "Leser" mit Mustern, Farben und Formen.

Ich liebe Bücher und ganz besonders Kinder- bzw. Babybücher. Sie bringen den Kleinen nicht nur Stück für Stück unsere Welt näher, sondern entführen in Fantasiewelten, die verzaubern können. Wollten wir nicht alle als Kind auch mal mit einem fliegenden Drachen über die Stadt oder das Land düsen, in einem Zauberschrank verschwinden oder die Welt vor den grauen Herren retten? Ach ja, das wäre was! Doch nun zurück in die Realität

Babybuch
Vorlesestudie der Stiftung Lesen (2017)

Lesefreude und Lesekompetenz sind nach der Stiftung Lesen wichtige Vorraussetzungen für die persönliche Entwicklung und ein erfolgreiches Leben. Dieser Ansicht waren auch die Mehrzahl der teilnehmenden Eltern (91%) der  Vorlesestudie von 2017. Wie kommt es dann, dass lediglich etwas mehr als die Hälfte (55%) dieser Eltern ihren Kindern bzw. Babys im ersten Lebensjahr selten bzw. unregelmäßig vorlesen? Bei 28% trifft dies sogar bis ins dritte Lebensjahr zu.

Warum lesen Eltern erst relativ spät vor?

Ein Drittel der Eltern gab an, dass sie nicht genau wissen, wann ein guter Zeitpunkt ist, mit dem Vorlesen anzufangen. Andere sehen die ausreichende Konzentrationsfähigkeit als entscheidende Voraussetzung zum Vorlesestart. Und vielen, die zwar schon im ersten Lebensjahr vorlesen, fällt die Wahl geeigneter Bücher schwer.

Es hat mich daher sehr überrascht, dass in der Bücher- bzw. Medienempfehlung für Säuglinge und Kleinkinder der Stiftung Lesen kein einziges Babybuch in schwarz weiß dabei war.
Irgendwie scheinen bestimmte Erkenntnisse der Wissenschaft bzgl. der Entwicklung von Babys noch keinen bzw. wenig Einzug in die deutschen Kinderverlagshäuser gefunden zu haben…

Anzeige

Gute Bücher gehen auf Entwicklungsstadien ein!

 

Sehkraft

Wusstest du, dass die Sehkraft deines neugeborenen Babys, im Gegensatz zum Hörvermögen, noch nicht voll entwickelt ist? Es nimmt seine Umwelt in den ersten Monaten nur verschwommen wahr und kann lediglich auf eine Entfernung von 20-25 cm fokussieren. Dies entspricht ungefähr der Distanz, die es beim Füttern mit der Flasche oder beim Stillen von deinen Gesicht entfernt ist (Still-Distanz).
Wenn du also beim Füttern mit deinem Baby kuschelst und es ansiehst, also Blickkontakt aufnimmst, kann es schon früh beginnen, dein Gesicht zu fokussieren und deine Gesichtszüge kennenzulernen.

Manche Wissenschaftler sind der Auffassung, dass dieses limitierte Sehvermögen eine biologische Eigenschaft sei. Diese habe sich entwickelt, um Babys dabei zu helfen sich sicher und geborgen zu fühlen. Eine sensorische Überreizung durch die Außenwelt würde somit reduziert.

Farben erkennen

Ein weiterer Fakt ist, dass dein Baby nach der Geburt und in den ersten Monaten nicht viele Farben sehen kann. Welche  genau das sind, ist unter manchen Wissenschaftlern allerdings noch immer ein Streitthema. Einig sind sich jedoch die meisten, dass Babys anfangs nur schwarz, weiß und Grautöne sehen können. Eine der ersten Farben ist mit großer Wahrscheinlichkeit rot. Der Kontrast zu schwarz und weiß hilft den Kleinen dabei, diese besser wahrzunehmen.

Geometrische Formen

Des Weiteren wurde herausgefunden, dass Babys (bis sie ca. 6 Monate sind) nicht unbedingt auf den schön gemalten Ball oder die gelbe Ente reagieren bzw. diese anschauen. Babys interessieren sich viel eher für kontrastierende geometrische Formen  (Dreieck, Quadrat & Co.) und das für einen längeren Zeitraum, als es die süße Ente in den ersten Lebensmonaten jemals bewirken könnte.

Babybücher in schwarz weiß

Obwohl diese Bücher aus der Erwachsenenperspektive vielleicht als langweilig oder nicht sonderlich „schön“ wahrgenommen werden können, sind sie bei den Kleinen sehr beliebt. Im Gegensatz zu bunten Büchern, sprechen schwarz weiße die kindliche Entwicklung an und helfen Babys dabei, zu fokussieren. Einfache und konstrastreiche Bilder unterstützen nicht nur das Sehvermögen, sondern bauen zudem langsam, aber stetig die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit auf.

Jetzt höre ich dich vielleicht stöhnen: „Ach, das hört sich aber schon sehr nach Frühförderwahn an!“ und ich kann dir nur dazu sagen: „Nö, ist es nicht!“.

Wir Eltern dienen Kindern als natürliches Lerngerüst!

Ob du nun dein Baby auf den Bauch legst, damit sich die Bauchmuskeln stärken und es bald anfangen kann zu krabbeln oder ihr euch schon früh Bücher anschaut, die entwicklungsgerecht sind, ist gehupft wie gesprungen.

Das tolle an Babybüchern ist, dass sie Verbundenheit schaffen und somit die Bindung zwischen Eltern und Kind stärken. Im ersten Lebensjahr geht es auch nicht darum ein Buch zu lesen. Für Kinder ist ein Buch anfangs nur ein weiterer Gegenstand, der mit allen Sinnen entdeckt werden will. Mit der Zeit erschließen sie sich langsam und durch unsere Hilfe, wie so ein Buch überhaupt funktioniert.

„Ah, das Ding geht auf und zu. Darauf beißen fühlt sich auch interessant an. Ui, dass wackelt lustig, wenn ich es an beiden Seiten hin und her bewege. Da sind Bilder, aber ich kenne die Worte noch nicht dafür. Was kann ich wohl so alles damit machen?“

Mutter und Baby
Wie lese ich mit meinem Baby?

Um Babys Bücher näher zu bringen, ist das eigentliche Vorlesen anfangs eher Nebensache. Es geht viel mehr darum gemeinsam zu entdecken und die Bilder den Kleinen zu beschreiben.

  • Mach es dir mit deinem Baby gemütlich.
  • Zeige auf die Bilder, frag: „Was ist das?“ und gib kurze Erklärungen (Der Ball ist rund. Der Ball ist rot u.s.w.)
  • Babys müssen Bilder erst viele Male sehen und das jeweilige Wort dazu hören, bevor sie es wiedererkennen, zuordnen und später selber aussprechen können.
  • Um den Kleinen dabei zu helfen ihr Wortverständnis aufzubauen, ist es wichtig die Lieblingsgeschichten immer wortgetreu zu wiederholen. Durch häufiges Wiederholden wird dein Baby die Worte dann auch bald am Klang wiedererkennen.

Durch meine Erfahrung als Fremdsprachenlehrerin und meiner pädagogischen Arbeit mit Kindern aller Altersstufen im In- und Ausland habe ich viele Bücher ausgetestet und eine kleine, aber feine Kollektion an Kinder- und Babybüchern zusammengestellt. Altersgerechte Themen stehen ganz oben auf meiner Liste.

Wer schon einmal einen meiner Babyzeichen-Kurse besucht hat weiß, dass wir uns zu Beginn jeder Stunde etwas Zeit für die von mir mitgebrachten Bücher nehmen. Kinder- und Babybücher bieten nämlich nicht nur eine gute Möglichkeit, die im Kurs besprochen Babyzeichen zu Hause zu üben, sondern auch immer wieder neue Gesprächsanlässe. Ohne Bücher wüsste ich machmal gar nicht, wie ich bestimmte Dinge altersgerecht thematisieren oder ansprechen sollte. Angst vor Schatten und Monstern war z.B. lange ein Thema bei uns zu Hause. Mehr dazu erfährst du hier und hier.

Ich hoffe, meine ausgesuchten Bücher werden auch dich und deine Familie in unterschiedlichen Lebens- und Entwicklungsstadien aufheitern, unterstützen und begleiten.

Liebe Grüße, deine Alex

______________________________

Buchtipps (Affiliate-Links)

Die in Stuttgart lebende Designerin und Architektin Agnieszka Sawczyn hat das Label BABY EYE nicht nur aus Liebe zu ihrer Tochter Maya gegründet, sondern auch um die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu kindlichen Entwicklungsstadien in Form der wunderschönen BABY EYE Bücher anderen Babys und ihren Eltern hierzulande zugänglich zu machen. Ein Projekt, das ich sehr gerne und mit Freude unterstütze. Die Begeisterung und das Interesse der Babys in meinen Kursen, wenn ich die Bücher von Agnieszka mitbringe, spricht mehr als für sich. Weitere Erfahrungsberichte findest du direkt auf www.babyeye.de

Solltest du ein Buch über diesen Link kaufen, bekomme ich von Amazon ein paar Prozente. Daaanke 🙂

 

Noch mehr Bücher auf Amazon

 

Englischsprachige Bücher bei Amazon und TK Maxx

Diese Bücher sind häufig noch anschaulicher und abgestimmter auf die jeweiligen Entwicklungsphasen, als die deutschen Exemplare. Im Prinzip ist die Sprache egal. Die Bücher bzw. Bilder sind meist selbsterklärend und können einfach ins Deutsche übersetzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Name und E-Mailadresse sind Pflichtfelder.